Der iGPSPORT BiNavi punktet im Test mit einem gut ablesbaren 3,5-Zoll-Display bei voller Sonneneinstrahlung, einfacher Touch- und Tastenbedienung, zuverlässiger Sensorintegration und einer hochgerechneten Akkulaufzeit von 24 Stunden und 10 Minuten bei 100 Prozent Helligkeit. Schwächen zeigen sich bei teilweise verschattetem Display, beim gelegentlich langsamen Rerouting und durch die fehlende Unterstützung für Strava Live Segmente.
Der BiNavi ist kein minimalistischer Tacho, sondern ein vollwertiger Fahrradcomputer mit GPS, Karten und Trainingsfunktionen. Das 3,5 Zoll große, transflektive Farbdisplay löst mit 320 × 480 Pixeln auf und lässt sich per Touchscreen sowie über sechs Tasten bedienen. Dadurch bleibt die Bedienung auch dann möglich, wenn Regen oder dicke Handschuhe den Touchscreen unpraktisch machen.

Im Inneren arbeiten Dual-Band-GNSS mit L1- und L5-Frequenzen, ein barometrischer Höhenmesser und 32 GB Speicher. Geschwindigkeit, Trittfrequenz und Herzfrequenz lassen sich über Bluetooth oder ANT+ koppeln; Powermeter werden laut Hersteller über ANT+ unterstützt. Auch smarte Beleuchtung, Radar-Rücklichter, elektronische Schaltungen, E-Bikes und kompatible Smarttrainer können eingebunden werden.

Mit 101 × 60 × 14,5 Millimetern und 103 Gramm ist das Gerät größer als ein Garmin Edge 840, bleibt für seine Displayfläche aber vergleichsweise flach. Das Gehäuse ist nach IPX7 gegen zeitweiliges Untertauchen geschützt. Geladen wird über USB-C.

Kurz gesagt: Der iGPSPORT BiNavi ist besonders für Tourenfahrer, Gravel-Fans und Rennradfahrer interessant, die ein großes, sonnentaugliches Display, viele Datenfelder und eine lange Laufzeit suchen. Verzichten musst du auf Strava Live Segmente und auf die Flexibilität einer vollständigen Routenplanung direkt am Gerät.
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Preis-Leistung
der iGPSPort BiNavi bietet ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis -
Touchscreen plus sechs Tasten
Einfache Bedienung und eine zuverlässige Alternative bei Regen oder mit Handschuhen. -
Flüssige Navigation
Gut erkennbare, rechtzeitige Abbiegehinweise und bis zu sechs Datenfelder auf der Kartenseite. -
Problemlose Sensorverbindung
Sensoren, Radar und smartes Licht ließen sich im Test schnell und stabil verbinden. -
Starke Akkulaufzeit
Hochgerechnet etwa 24 Stunden und 10 Minuten bei 100 Prozent Displayhelligkeit. -
Gute Trainingsfunktionen
Trainingseinheiten, Laktatschwelle, VO₂max, Erholungszeit und Trainingsbelastung sind integriert.
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Schwäche bei Halbschatten
Wird nur ein Teil des Displays verschattet, wirkt die Darstellung uneinheitlich und ist schwieriger abzulesen. -
Routenplanung über die App
Neue Strecken werden in der iGPSPORT-App erstellt oder aus Diensten wie Komoot und Strava importiert. -
Signaltöne nicht fein regelbar
Im Test war keine Lautstärkeregelung auffindbar; die Töne lassen sich jedoch komplett ausschalten.
Einrichtung und erster Eindruck
Mein erster Eindruck im iGPSport BiNavi Test ist sehr positiv. Die Benutzeroberfläche ist verständlich aufgebaut und die grundlegende Einrichtung gelingt ohne lange Einarbeitung. Datenseiten, Sensoren, Routen und Trainingseinheiten lassen sich über die iGPSPORT-App konfigurieren und anschließend auf den Fahrradcomputer übertragen.

Auch die Einrichtung direkt am Gerät ist erfreulich unkompliziert. Datenfelder können sowohl in der App als auch am BiNavi selbst angepasst werden. Das ist praktisch, wenn unterwegs auffällt, dass ein Wert fehlt oder eine Seite anders aufgebaut sein soll.
Display und Ablesbarkeit: In direkter Sonne richtig stark
Bei direkter Sonneneinstrahlung gehört das 3,5-Zoll-Display für mich zu den größten Stärken des BiNavi. Es arbeitet transflektiv und nutzt einfallendes Umgebungslicht, um die Ablesbarkeit zu verbessern. Selbst wenn die Sonne direkt auf das Display scheint, bleiben Farben, Karte und Zahlen klar erkennbar. Seine Darstellung hängt allerdings stärker von den jeweiligen Lichtverhältnissen ab als bei einem klassisch hintergrundbeleuchteten Display.

Vergleich mit einem transmissiven LCD
Im direkten Displayvergleich war der BiNavi in heller Sonne besser abzulesen als der Garmin Edge 850. Das transflektive Display spielt seine Vorteile im Freien sichtbar aus. Der Garmin besitzt zwar ein scharfes und farbintensives Display, der BiNavi wirkt unter voller Sonneneinstrahlung aber ruhiger und klarer. Das bedeutet aber nicht, dass der BiNavi unter allen Bedingungen überlegen ist. Es handelt sich um meinen direkten Praxiseindruck bei heller Sonne. Bei Schatten und wechselnden Lichtverhältnissen wirkt ein klassisch hintergrundbeleuchtetes LCD dagegen meist gleichmäßiger. Weitere Informationen zum Vergleichsgerät findest du in meinem Garmin Edge 850 Test.

Die Schwäche: teilweise verschattetes Display
Bei wechselndem Licht zeigt das Display allerdings eine Besonderheit. Wenn mein Körper während der Fahrt beispielsweise nur eine Hälfte des Bildschirms verschattet, sehen die beleuchtete und die dunklere Hälfte deutlich unterschiedlich aus. Dadurch wirkt die Anzeige etwas unruhig und lässt sich schwieriger erfassen.

In vollständig heller Umgebung ist das Display hervorragend. Auch gleichmäßiger Schatten ist weniger problematisch. Am auffälligsten ist der Effekt, wenn Licht und Schatten genau über das Display geteilt sind. Das ist keine dauerhafte Einschränkung, im Alltag aber klar sichtbar.
Routenplanung mit iGPSPORT-App, Komoot und Strava
Neue Routen werden über die iGPSPORT-App erstellt. Alternativ können Strecken in Komoot oder Strava geplant und anschließend importiert werden. Beides funktionierte im Test schnell, flüssig und ohne Probleme. Wer seine Touren ohnehin auf einer dieser Plattformen vorbereitet, muss seinen gewohnten Ablauf kaum verändern.


Direkt am BiNavi lässt sich dagegen keine komplett neue Route frei planen. Ohne App kann das Gerät aber eine Navigation zurück zum Start berechnen. Dafür stehen je nach Situation eine Rückführung entlang der gefahrenen Strecke beziehungsweise eine direkte Rückroute zur Verfügung.
Die starke App-Abhängigkeit ist daher vor allem dann ein Nachteil, wenn unterwegs spontan ein neues Ziel oder eine völlig andere Strecke geplant werden soll. Für vorbereitete Touren ist der Ablauf angenehm unkompliziert.
Während der Fahrt läuft die Kartendarstellung flüssig. Abbiegehinweise wurden in meinem Test rechtzeitig eingeblendet und waren gut zu erkennen. Durch das große Display bleibt die Karte auch mit mehreren zusätzlichen Datenfeldern übersichtlich.

Nach dem Verlassen der geplanten Strecke berechnet der BiNavi eine neue Verbindung zur Route. Das funktioniert grundsätzlich, dauert gelegentlich aber etwas länger. Hier erreicht das Gerät noch nicht ganz die Souveränität der besten Konkurrenzmodelle. Sobald die neue Route berechnet ist, läuft die weitere Führung wieder flüssig.
iClimb 3.0 zeigt bevorstehende Anstiege mit Steigung, verbleibender Distanz und Höhenprofil an. Dadurch lässt sich die eigene Leistung besonders auf längeren oder unbekannten Anstiegen besser einteilen. In älteren Berichten wird die Funktion teilweise noch als iClimb Pro bezeichnet.

Im Test war die Kletteransicht übersichtlich und während der Fahrt schnell zu erfassen. Vor allem das farbige Höhenprofil hilft dabei, steile Abschnitte frühzeitig zu erkennen und die eigenen Kräfte sinnvoll einzuteilen. Für mich gehört iClimb 3.0 damit zu den praktischsten Funktionen des BiNavi.
Akkulaufzeit: hochgerechnet 24 Stunden und 10 Minuten
Bei 100 Prozent Displayhelligkeit ergab mein gemessener Verbrauch eine hochgerechnete Akkulaufzeit von 24 Stunden und 10 Minuten. Das ist ein sehr guter Wert, besonders weil die maximale Displayhelligkeit zu den anspruchsvolleren Einstellungen gehört.
Wichtig ist die Einordnung: Der Akku wurde für diesen Wert nicht in einer einzigen Fahrt vollständig von 100 auf 0 Prozent entladen. Die 24 Stunden und 10 Minuten sind daher eine Hochrechnung aus dem gemessenen Verbrauch und keine durchgehend gestoppte Laufzeit. Navigation, GPS-Modus, Zahl der verbundenen Sensoren, Temperatur und Smartphone-Verbindung können das Ergebnis zusätzlich beeinflussen.

iGPSPORT nennt unter Laborbedingungen mehr als 35 Stunden. Mein hochgerechneter Wert liegt darunter, entstand aber bei voller Displayhelligkeit. Für lange Tagestouren, Wochenendfahrten und viele Bikepacking-Etappen bietet der BiNavi dennoch eine überzeugende Reserve. Geladen wird zeitgemäß über USB-C.
Sensoren, Radar und Lichtsteuerung
Das Koppeln externer Sensoren verlief im Test problemlos. Die Geräte wurden schnell gefunden und die Verbindungen blieben stabil. Der BiNavi unterstützt unter anderem Herzfrequenz-, Geschwindigkeits- und Trittfrequenzsensoren, Powermeter, Radar-Rücklichter sowie smarte Beleuchtung und vieles mehr.


Besonders gut gefällt mir die Integration des iGPSPORT SR Mini. Radar und Rücklicht werden nicht nur verbunden; das Licht lässt sich auch direkt über den Fahrradcomputer steuern. Innerhalb des iGPSPORT-Ökosystems ist die Einbindung damit enger als bei meinem Test des SR Mini mit dem Garmin Edge 850 und 1050. Dort konnte ich das Licht nur am Radar selbst oder über die iGPSPORT-App steuern. Mehr dazu liest du in meinem iGPSPORT SR Mini Radar Test.
Workouts lassen sich in der iGPSPORT-App einfach erstellen und anschließend auf den BiNavi übertragen. Im Test funktionierte das schnell und problemlos. Während der Fahrt zeigt das Gerät den aktuellen Trainingsschritt, die Zielzone, die verbleibende Zeit und den gesamten Trainingsverlauf übersichtlich an. Dadurch lässt sich beispielsweise ein strukturiertes Intervalltraining gut absolvieren, ohne ständig auf die App schauen zu müssen.

Datenfelder, Trainingsplanung und Auswertung
Datenfelder lassen sich am Fahrradcomputer selbst oder in der App anpassen. Die Konfiguration ist verständlich und Änderungen sind schnell erledigt. Besonders die Möglichkeit, auf der Navigationsseite bis zu sechs Fahrdaten anzuzeigen, gefällt mir sehr gut.


Auch strukturierte Trainingseinheiten können in der iGPSPORT-App erstellt und anschließend auf den BiNavi übertragen werden. Im Test funktionierte das problemlos. Nach meiner ersten Fahrt bestimmte beziehungsweise schätzte das System unter anderem:
- die Laktatschwelle,
- die VO₂max,
- die empfohlene Erholungszeit,
- die Trainingsbelastung.



Die Trainingsbelastung wird außerdem protokolliert, sodass sich die Entwicklung über mehrere Einheiten verfolgen lässt. Solche Funktionen mag ich sehr, weil der Fahrradcomputer dadurch nicht nur Daten aufzeichnet, sondern auch bei der Einordnung des Trainings hilft. Die Werte sind algorithmische Schätzungen und ersetzen keine Leistungsdiagnostik.
Keine Strava Live Segmente
Ein echter Nachteil ist die fehlende Unterstützung für Strava Live Segmente. Ich nutze diese Funktion gerne, kann sie auf dem BiNavi aber nicht verwenden. iGPSPORT bietet eigene Segmente an, diese sind bislang jedoch deutlich weniger verbreitet. Wer regelmäßig auf Strava-Bestzeiten fährt, sollte diesen Punkt vor dem Kauf berücksichtigen.
Wetter, Musik und weitere Funktionen
Die Wetteransicht ist überraschend umfangreich. Für die kommenden Stunden zeigt der BiNavi jeweils die Uhrzeit, die erwartete Temperatur, die Windrichtung und die Regenwahrscheinlichkeit an. Für längere Touren ist das deutlich hilfreicher als eine einfache Tagesvorhersage.

Einen Verbesserungsvorschlag habe ich trotzdem: Ein dauerhaft einblendbarer Windrichtungspfeil während der Fahrt wäre praktisch. So könnte man auf einen Blick erkennen, aus welcher Richtung der Wind kommt, ohne zunächst die Wetterseite aufzurufen.

Auch die Musikwiedergabe des verbundenen Smartphones lässt sich über den BiNavi steuern. Diese Funktion erfüllt ihren Zweck und funktionierte im Test wie erwartet.
Signaltöne und Sprachansagen
Der BiNavi besitzt keinen integrierten Lautsprecher für echte Sprachansagen. Akustische Hinweise werden deshalb als Signaltöne ausgegeben. Diese Pieptöne können auf Dauer etwas nervig sein. Eine Möglichkeit, ihre Lautstärke feiner einzustellen, konnte ich im Test nicht finden. Sie lassen sich jedoch vollständig ausschalten.
Sprachhinweise sind laut Hersteller über die verbundene iGPSPORT-App und Bluetooth-Kopfhörer beziehungsweise einen Bluetooth-Lautsprecher möglich. Während des normalen Fahrbetriebs dürften die optischen Abbiegehinweise und Signaltöne für viele Nutzer jedoch ausreichen.
Passt besonders gut
Der BiNavi passt zu dir, wenn du …
- häufig unbekannte Rennrad-, Gravel- oder Tourenrouten fährst,
- ein großes, auch in direkter Sonne sehr gut ablesbares Display suchst,
- Touchscreen und physische Tasten kombinieren möchtest,
- Herzfrequenz, Powermeter, Radar und weitere Sensoren verbindest,
- viele Datenfelder parallel zur Navigation sehen willst,
- lange Tagesetappen oder mehrtägige Touren planst,
- Trainingsbelastung, Erholungszeit und weitere Leistungswerte interessant findest.
Weniger passend
Weniger passend ist er, wenn du …
- Strava Live Segmente regelmäßig nutzt,
- neue Routen und Ziele komplett am Gerät erstellen möchtest,
- ein integriertes Lautsprechersystem erwartest,
- bereits tief in das Garmin-Ökosystem eingebunden bist,
- bei Schatten maximale Displayhomogenität erwartest.
Der iGPSPORT BiNavi hat im Praxistest insgesamt einen guten Eindruck hinterlassen. Das 3,5-Zoll-Display bietet je nach Lichtverhältnis unterschiedliche Stärken: Bei direkter Sonneneinstrahlung lässt es sich hervorragend ablesen und war in meinem Vergleich besser erkennbar als das Display des Garmin Edge 850. Bei Schatten und besonders bei nur teilweise verschattetem Display wirkt die Darstellung dagegen uneinheitlich und schwieriger ablesbar. Über alle Lichtverhältnisse hinweg gefallen mir klassisch hintergrundbeleuchtete Displays, wie beim iGPSPORT BSC500, deshalb etwas besser.
Sehr gut funktioniert die Kombination aus Touchscreen und sechs Tasten. Auch bei Regen oder mit Handschuhen bleibt der Fahrradcomputer zuverlässig bedienbar. Sensoren, Radar und smartes Licht ließen sich im Test schnell verbinden und problemlos nutzen.
Die Navigation läuft flüssig und die Abbiegehinweise erscheinen rechtzeitig. Auf der Kartenseite können außerdem bis zu sechs zusätzliche Datenfelder angezeigt werden. Einschränkungen gibt es bei der Routenplanung, die hauptsächlich über die App oder externe Plattformen erfolgt. Auch die Neuberechnung kann gelegentlich etwas länger dauern.
Mit hochgerechneten 24 Stunden und 10 Minuten bei voller Displayhelligkeit bietet der BiNavi eine starke Akkulaufzeit. Trainingsfunktionen, Wetterdaten und Musiksteuerung ergänzen das Gesamtpaket sinnvoll. Weniger überzeugend sind die fehlenden Strava Live Segmente und die offenbar nicht regelbare Lautstärke der Signaltöne.
Unterm Strich ist der iGPSPORT BiNavi eine gut ausgestattete Garmin-Alternative mit langer Akkulaufzeit, einfacher Bedienung und breiter Sensorunterstützung. Das Display überzeugt besonders bei direkter Sonne, verliert bei wechselnden Lichtverhältnissen jedoch sichtbar an Ablesbarkeit. Wer ein klassisches LCD-Display bevorzugt oder großen Wert auf Strava Live Segmente und spontane Routenplanung am Gerät legt, sollte diese Einschränkungen vor dem Kauf berücksichtigen.



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